Aktuell

15. September 2018


Inzwischen – Balsamfieber 2018 >>>>>

• Die Alben-Remaster-Serie geht weiter
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• 30 Jahre Debütalbum "Meditations"
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Ja, etliche Monate gab es eigentlich nichts Besonderes zu berichten. Wie immer seit 1987 bin ich mitten in der Produktion eines neuen Albums. Das ist der normale Werdegang: Die Arbeit an neuem Material schafft Möglichkeiten, Konzepte, Ideen, die Ideen befruchten wieder neue Ideen und so entsteht innerhalb einer Zeit von etwa zwei bis fünf Jahren ein neues BF-Album. So auch diesmal. Und weil das mitunter halt solange dauert, gibt es ab und an ein Lebenszeichen in Form eines Textes und dann auch ein paar Hörbeispiele. Ziel ist es immer auch, mich nicht zu wiederholen, es soll - sofern das eben nach über 30 Jahren Musikproduktion - machbar ist, das bestehende Material um neue Facetten bereichert werden. Diesmal hat alles mit simplen Blueskadenzen angefangen. Da nahm ich sozusagen historische Strukturen zur Hand und experimentierte damit herum. Heraus kamen bislang fünf längere und kürzere Stücke, die fast ein Album füllen würden und dazu gesellte sich wie immer termingerecht ein optisches und inhaltliches Konzept. Nun geht es daran, die Bandbreite noch zu erweitern. Es gilt natürlich wie immer ein Werk mit langer Halbwertzeit zu erschaffen, welches sich nahtlos in den Katalog einreiht.
Balsamfieber ist 2018 ein reines Soloprojekt, das heißt, daß ich sämtliche Instrumente und Konzepte im Alleingang bewältige. Verstärkt arbeite ich derzeit wieder daran, dies zu ändern und wir werden sehen, ob es in Kürze gelingen wird, etwas von dem neuen Material auch auf die Bühne zu bringen. Das neue Werk nimmt langsam Gestalt an. Zuviel will ich aber noch nicht verraten. Außer: Es bleibt spannend!


Nachdem nun alle regulären BF-Alben von "Meditations" bis "Tempus" in guter Klang- und Bildqualität auf CD und als MP3-Album ge-remastert und re-designet vorliegen,
geht es in die letzte Runde bei diesem Projekt.
Da folgen noch 6 CDs und in diesem Jahr das 2003 erschienene "Best OF BF" und die 2008 erschienene "Balsamfieber-Trilogie". Da ich damals noch nicht über das heutige Wissen in Sachen Mastering verfügte, lohnen sich auch hier die Neuauflagen. Auch hier habe ich die Aufnahmen und das Bildmaterial komplett neu bearbeitet, damals nicht korrigierbare Fehler beseitigt und Vieles verbessert.
Zu "Best Of BF, Vol. 1 & 2:
Nach dem anstrengenden Album "Desiderium" und wieder als Duo überlegten wir, wie es weitergehen sollte - so jedenfalls definitiv nicht. Ziel war weiterhin, die BF-Musik auf die Bühne zu bringen, denn nur so wird sie gehört. Wir wußten, daß wir etliche gute Stücke hatten, die damals aber sehr eigenwillig produziert und aufgenommen wurden.
Also nahmen wir die besten daraus und nahmen sie mit der neuen Digitaltechnik erneut auf. So konnten sich mögliche Veranstalter ein gutes Bild machen. Inzwischen hatten wir uns auch an unseren Instrumenten weitergebildet (Synthesizer und Gitarre). Auch hatten wir jetzt Drumcomputer und Digitalrekorder. Die Computer waren 2002 noch nicht so weit, daß man virtuell da so viel machen kann wie heute, etwa die fehlende Band ersetzen.
So nutzten wir ausgiebig die neuen Mittel, weil völlig neue Stücke zu lange gedauert hätten, so hatten wir das immer gehalten. An Aufwand wurde auch nicht gespart, Gastsängerinnen kamen wieder zum Einsatz und auch der Geiger Volkmar Heß war letztmalig dabei. Also wurde es ein interessantes Doppelalbum mit Musik von 1991 bis 2001 (mit 10 neuen Aufnahmen) - eine Art Resümee und kein reines Best Of-Album, was auch langweilig wäre. Im Profistudio wurden die neuen Stücke dann gemastert, wie schon die letzten beiden Werke. Aktuell habe ich die Stücke nochmals bearbeitet, die damals schon älter waren und Korrekturen gemacht, die zeitlich beim Profi nicht machbar waren - alles klingt nun runder. Die Grafiken wurden wieder komplett neu gescannt und gestaltet, auch hier um vieles ergänzt und erweitert. Damals haben wir die Grafiken natürlich ohne Computer gemacht, das heißt, die Malereien auf unseren Gesichtern waren echte Plakatfarben und wuschen sich dementsprechend schlecht wieder ab - eine echte Schrupperei! Das Doppelalbum bildete dann auch einen Schlußpunkt, ich ging erstmal in Umschulung, lernte richtig Mediengestaltung und nutzte die knappe Freizeit, um etwas völlig Neues zu erfinden, kramte im Archiv und hatte schließlich die Idee zu "Balsamfieber". Doch das ist bereits eine andere Geschichte.
Näheres zu "Best Of BF, Vol. 1 & 2": >>>>>





Über unser Debüt "Meditations" aus dem Jahre 1988 habe ich ja schon viel erzählt, dazu verweise ich auf meine Erinnerungen von 2013, hier: >>>>>.
Im Nachhinein fallen mir dann doch wieder ein paar Einzelheiten ein, was das Ganze spannend hält: Nach fünf Jahren habe ich mir das mal wieder in der restaurierten Fassung angehört und kann sagen, daß das wirklich sehr archaisch klingt, so als hätten Kinder,
die zuvor noch nie Musik gehört, völlig von der Außenwelt isoliert sind und noch nie ein Instrument angefaßt haben, plötzlich eine Platte gemacht. Und so ähnlich war das auch. Ich hatte noch nie etwas von Mischpulten, Mehrspurtechnik oder Synthesizern gehört.
An Musik kannte ich bereits Alphaville, Depeche Mode, Frank Duval und Einiges aus dem Jugendradio DT-64, die haben immer komplette Alben gespielt - genial! Wenn man das Debütalbum hört erahnt man das vielleicht. Glücklicherweise waren wir komplett unfähig, etwas nachzuspielen - zum Glück! Nur innerhalb dieses Dilettantismus, dem Englisch ohne Grammatik und ohne richtige Instrumente konnte Neues entstehen und natürlich der unkonventionellen Aufnahmetechnik. Man muß sich das einmal vorstellen: Zwei bis drei Kassettenrekorder starteten per Steckdose (also nie richtig synchron) und spielten Aufnahmen ab, die zuvor nur anhand einer Zeittabelle entstanden. Man brauchte bei der Aufnahme der einzelnen Spuren viel Phantasie, da man ja bis zum Schluß nie alles gleichzeitig hören konnte. Wie auch ohne Mehrspurtechnik? Die Überraschung war dann bei der finalen Aufnahme mit dem Stereokassettenrekorder groß, doch dazu war auch keine Gelegenheit, denn anhand derselben Tabellen galt es nun zu singen und noch mit den verbleibenden Gliedmaßen weitere "Geräusche" dazu zu spielen. Laß man die Tabelle richtignebenbei ab, konnte man gut reagieren, wann z. B. der Refrain kam. Im Januar 1988 war das erste Stück "Tuesday Morning" im Kasten und wir spielten es in der Schlosserei, wo wir beide arbeiteten, den Anderen vor - ratlose Gesichter überall! Nichts desto trotz glaubten wir, richtige Musik erschaffen zu haben und machten uns auf die Suche nach Mitmusikern, denn wir wollten das in der Kantine live aufführen. Diese fanden sich natürlich nicht, denn alle, die das hörten, waren nicht davon überzeugt, daß dies Musik sein soll. Was wir nicht wußten: Zur selben Zeit machten die Einstürzenden Neubauten in der BRD ähnliche Musik und hatten damit Erfolg. Wir aber hatten nur zwei Exemplare des Debütalbums auf Kassette (die zweite hatten wir in einem Radiogeschäft überspielt).
Kurz darauf wurde ich zur Armee einberufen und die Musikproduktion geriet in eine anderthalbjährige Zwangspause. Was bis heute bleibt ist ein wirklich einzigartiges musikalisches Dokument aus tiefster DDR-Zeit. Wenn ich Kopfhörer aufsetzte kann ich mich noch immer in jenen grauen November 1988 zurückbeamen.

Mario Höll

Kontakt
BALSAMFIEBER.

Cosmic,- Earth- & Art-Music

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